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Brokkolisprossen im Keimglas ziehen: Anleitung und häufige Fehler

Das Keimglas steht schräg neben der Spüle, während auf dem Küchentisch schon das Frühstück wartet. Noch sind darin nur Brokkolisamen zu sehen. In ein paar Tagen sollen daraus frische Sprossen fürs Brot werden. Dafür brauchen die Samen regelmäßig Wasser, doch nach jedem Spülen muss es wieder ablaufen können. Im Glas wachsen die jungen Pflanzen ohne Erde oder Matte. Du erntest sie später mitsamt Wurzeln. Genau das unterscheidet sie von Microgreens, deren Stiele du aus einer Schale abschneidest

Aus diesem Glas erntest du Sprossen, keine Microgreens. Die Samen keimen ohne Erde oder Matte, und später isst du die jungen Pflanzen mitsamt Wurzeln. Microgreens wachsen auf einem Anzuchtmedium und werden oberhalb der Wurzeln abgeschnitten.

Was brauchst du für den ersten Ansatz?

Nimm Brokkolisamen, die ausdrücklich für die Sprossenzucht angeboten werden. Gewöhnliches Gartensaatgut ist für diesen Zweck nicht geeignet. Dazu brauchst du ein Keimglas mit Siebdeckel und einen Ständer, auf dem es schräg abtropfen kann. Wasche Glas, Deckel und Abtropfschale vor dem Start gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel und spüle alles gut nach.

Für ein Glas mit etwa einem Liter Fassungsvermögen reicht zunächst ein Esslöffel Samen. Auf dem Glasboden sieht das nach sehr wenig aus. Die jungen Triebe brauchen später aber Platz. Steht auf deiner Saatgutpackung eine andere Menge für dein Glas, richte dich nach dieser Angabe.

Junge Brokkolisprossen keimen im schräg gestellten Glas und können durch den Siebdeckel abtropfen

Vom Samen bis zur Ernte

Gib die Samen ins Glas und spüle sie mit Trinkwasser durch. Fülle danach frisches Wasser ein, sodass sie reichlich bedeckt sind. Lass sie ungefähr sechs bis acht Stunden einweichen. Die Zeit ist ein Richtwert; beachte auch die Angabe auf der Packung. Anschließend gießt du das Einweichwasser vollständig ab.

Von nun an spülst du den Ansatz morgens und abends. Fülle etwas frisches Trinkwasser ein, schwenke das Glas vorsichtig und gieße es durch den Siebdeckel wieder aus. Stell das Glas danach mit der Öffnung nach unten auf den Ständer. Es darf weiter tropfen, während du etwas anderes machst.

Ein Platz in der Küche bei normaler Zimmertemperatur genügt. Pralle Sonne und die Wärme direkt an der Heizung sind ungeeignet. Nach und nach schieben sich Wurzeln aus den Samen, dann wachsen die Triebe und öffnen ihre kleinen Keimblätter.

Nach ungefähr vier bis sechs Tagen können die Brokkolisprossen erntereif sein. Entscheidend ist, was du im Glas siehst: Die Keimblätter haben sich entfaltet und die Triebe sehen frisch aus. Gib die Ernte aus dem Glas in ein Sieb, spüle sie vor dem Essen gründlich mit Trinkwasser und lass sie gut abtropfen. Was du nicht sofort verbrauchst, kommt zügig in einem sauberen Behälter in den Kühlschrank und sollte möglichst bald gegessen werden.

Geerntete Brokkolisprossen mit Keimblättern und Wurzeln liegen zum Abtropfen in einem Küchensieb

Wenn es im Glas zu eng oder zu nass wird

Liegen die Triebe so dicht, dass beim Spülen kaum noch Wasser dazwischenkommt, war der Ansatz zu groß. Lass sie nicht tagelang eng zusammengedrückt weiterwachsen. Für das nächste Mal nimmst du weniger Samen oder ein größeres Glas.

Bleibt unten Wasser stehen, prüfe zuerst die Stellung des Glases. Liegt es schräg genug? Ist der Siebdeckel frei? Steht die Öffnung in der bereits gefüllten Abtropfschale? Oft reicht es, Samen vorsichtig vom Sieb zu lösen, die Schale zu leeren und das Glas neu aufzustellen.

Riecht der Ansatz unangenehm oder zeigt sich Schimmel, entsorge ihn. Mehrmaliges Spülen macht verdorbene Sprossen nicht wieder genießbar. Reinige das gesamte Zubehör gründlich, bevor du neu beginnst.

Wichtig: Sprossen und Lebensmittelsicherheit

Auf Saatgut können Krankheitserreger vorkommen. Die Feuchtigkeit beim Keimen kann ihre Vermehrung begünstigen. Das betrifft auch Sprossen, die du selbst gezogen hast. Sauberes Zubehör und sorgfältiges Arbeiten sind wichtig, machen einen roh verzehrten Ansatz aber nicht garantiert sicher. Gründliches Waschen verringert die Keimbelastung, beseitigt Krankheitserreger jedoch nicht zuverlässig.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt kleinen Kindern, Schwangeren, älteren Menschen und Personen mit geschwächter Immunabwehr, keine rohen Sprossen zu essen. Für sie sollten Sprossen nur ausreichend durcherhitzt auf den Tisch kommen. Auf eine bereits warme Suppe gestreut sind sie noch roh. Allen anderen rät das BfR, rohe Sprossen vor dem Verzehr gründlich zu waschen und möglichst schnell zu verbrauchen.

Keimglas oder Microgreen-Schale?

Das Keimglas passt, wenn du eine kleine Menge Sprossen möchtest und morgens und abends Zeit zum Spülen hast. Wenn du die jungen Pflanzen lieber in einer Schale wachsen lässt und nur die Stiele erntest, hilft dir der Grundlagenartikel zu Microgreens. Welche Gefäße und Anzuchtmedien dafür infrage kommen, steht im Vergleich von Schale, Matte, Glas und Anzuchtset.

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